Historie - Überblick

Einblick in eine fast 750-jährige Gastgeber-Historie

Von Weißmänteln, Schweden, unangenehmen Gästen, Saufgelagen und einer wechselvollen Geschichte...

Die Gründung des Hauses "Hotel Schiff am See" geht zurück auf die Gründung der Kommende Mainau des Deutschen Ordens im Jahre 1272.

Nach Johannitern und Templern war der Deutsche Orden der dritte der großen geistlichen Ritterorden der Kreuzzugszeit. Fast 100 Jahre jünger als jene, folgte er im wesentlichen den von ihnen vorgebildeten Regeln und Organisationsmustern.

Im Jahr nach der Gründung der Kommende Mainau wurde von ebendieser ein Ort für eine der Gemeinde gehörende "Taberne" bzw. Fremdenherberge gesucht. Was lag da näher als diese am altbekannten und frequentierten uralten Überfahrtsplatz am Seeufer zu eröffnen.

Damit war der Grundstein gelegt für eine wechselvolle Geschichte zwischen Kriegen, sich dadurch verändernden Besitzverhältnissen und dem Wandel der Zeit. Wir möchten Sie hier mit einigen Auszüge aus überlieferter Geschichten mit auf eine Reise durch ebend diese Historie nehmen.

Mehr dazu:

Zeittafel mit geschichtlichem Überblick

Regeln im Jahr 1599

Ein Kriminalfall im Haus

Von Gästen und "Gastereien"

 
Altes Foto Schiff mit Oldtimer sw2

Crysler mit "Tante Greta" 1932 vor dem Schiff




hotel schiff alte bodenseekarte 1603

Bodenseekarte (Ausschnitt) von 1603

Ursprünge in 1272

Als Allmannsdorf vom Kloster Reichenau an die neu gegründete Deutschritter-Kommende Mainau kam (siehe historischer Überblick unten), besaß die Abtei, wie aus dem Tauschvertrag von 4/5. August 1272 hervorgeht, in Staad bereits einen Hof. Der vom Kloster eingesetzte M a i e r (villicus) wohnte allerdings im Hauptort Allmannsdorf, der mit Egg, Staad und allen Filialen eine Gemeinde bildete.

Zu den Obliegenheiten des Maier gehörte auch das Herbergswesen. Er hatte dafür zu sorgen, daß sich innerhalb der Gemeinde - wenn möglich in seinem Hofe - eine "Taberne" oder Elendswirtschaft(5), d.h. Fremdenherberge befand, welche die in den Ort kommenden Beamten des Klosters aufzunehmen und jedem armen Reisenden für eine Nacht Freiquartier zu gewähren hatte.

Als idealer Platz dieses Haus zu platzieren bot sich einfach der uralte Ueberfahrtsplatz an, an dem ein dringendes Bedürfnis für ein Gast- und Rasthaus bestand. Das über Jahrhunderte als Wirtshaus von Allmannsdorf bezeichnete Gasthaus war bis Anfang des 19. Jahrhunderts die einzige "T a f e r n w i r t s c h a f t" am Ort.

Nur Tafernen hatten das Recht, verschiedene Weine auszuschenken, Fremde bei sich zu beherbergen und ihnen kalte und warme Speisen zu verabreichen, während "Schenk- oder Afterwirte" nur einerlei Wein führen und durchreisenden Fremden weder "Tisch noch Herberg" bieten durften.

Das Hotel Schiff am See darf sich daher zurecht "ältestes Gasthaus Deutschlands" heißen!

Legende
5 - Elendswirtschaft. Elend, von althochdeutsch eili-lenti, in fremden Land. "Ins Elend fahren" bedeutete früher "in die Fremde gehen".